Die Lagerfähigkeit ist eine der bemerkenswertesten Eigenschaften der Bordeaux-Weine, doch sie variiert erheblich je nach Appellation, Château und Jahrgang. Die Grands Crus Classés des Médoc, Pauillac, Saint-Estèphe und Saint-Julien sind die wahren Könige der Langlebigkeit: Die besten Jahrgänge wie 2000, 2005, 2010 oder 2016 können 20 bis 40 Jahre reifen und sich weiterentwickeln, bei den Grands Crus sogar noch länger. Die Weine aus Saint-Émilion und Pomerol, in denen Merlot dominiert, erreichen ihren Höhepunkt in der Regel früher, je nach Erzeuger zwischen 10 und 25 Jahren. Die Bordeaux-Weine mit regionaler Appellation oder die Côtes de Bordeaux hingegen sind für den Genuss in ihrer Jugend konzipiert, idealerweise innerhalb von 5 bis 8 Jahren nach ihrem Jahrgang. Um die Lagerfähigkeit zu optimieren, ist ein Weinkeller mit stabiler Temperatur zwischen 12 und 14 °C, licht- und vibrationsgeschützt sowie einer Luftfeuchtigkeit von etwa 70 %, unverzichtbar. Geduld bleibt die wichtigste Eigenschaft eines Bordeaux-Sammlers.