Der Jahrgang 1956 nimmt in der Geschichte des französischen Weinbaus einen einzigartigen Platz ein. Seine Bekanntheit verdankt er nicht der Qualität seiner Weine, sondern dem verheerenden Frost im Februar 1956: In einem der strengsten Winter seit 1709 wurde ein Großteil der Bordeaux-Weinberge zerstört, und auch andere Regionen blieben langfristig gezeichnet. Weine von 1956 sind daher selten und oft leicht; ihr Reiz liegt vor allem in ihrem historischen und symbolischen Wert. Dennoch haben einige große Weine von 1956 aus renommierten Terroirs die Jahrzehnte überdauert und lassen sich heute als echte Sammlerstücke genießen. Wer einen Wein aus dem Jahr 1956 wählt, entscheidet sich eher für Emotion und Erinnerung als für Kraft – und sollte auf sorgfältig ausgewählte, gut gelagerte Flaschen setzen.