Der Jahrgang 1976 wird in Bourgogne als der des großen Dürresommers in Erinnerung bleiben – ein heißer und trockener Sommer brachte atypische und kräftige Weine hervor. Die Rotweine (Pinot Noir) zeigen sich sehr reif, farbtief und mit ausgeprägten Tanninen, mit bemerkenswerter Konzentration, aber auch bisweilen harten und austrocknenden Tanninen als Folge des Wasserstresses, mit schönen Ausdrucksformen in der Côte de Nuits (Gevrey-Chambertin, Vosne-Romanée, Chambolle-Musigny). Die Weißweine (Chardonnay) sind großzügig und reich, von Meursault bis Puligny-Montrachet, doch ihre oft zurückhaltende Frische hat sie anfälliger gemacht. Die Entwicklung erwies sich als unvorhersehbar: Manche Rotweine haben sich prachtvoll gehalten, andere sind ausgetrocknet. Es empfiehlt sich heute, sie von Fall zu Fall zu beurteilen, wobei die besten noch echte Substanz bewahren. Zwischen dem schwierigen 1975 und dem bescheidenen 1977 bleibt der 1976 eine sonnige und tanninreiche Ausnahmeerscheinung.