Die Serviertemperatur ist ein Detail, das bei der Verkostung eines Bordeaux alles verändert. Ein junger, fruchtiger Roter aus einer Einstiegsappellation profitiert davon, leicht gekühlt bei etwa 15–16 °C serviert zu werden, um seine aromatische Frische zu bewahren. Für die großen Weine des Médoc oder Saint-Émilion ist eine Temperatur von 17 bis 18 °C ideal: Sie lässt die Tannine harmonisch zur Geltung kommen, ohne dass der Alkohol die Oberhand gewinnt. Es empfiehlt sich, die Flasche etwa eine Stunde vor dem Servieren aus dem Keller zu nehmen, und bei jungen, strukturierten Weinen sollte man sie 30 Minuten bis 1 Stunde karaffinieren, um sie zu belüften und die Aromen vollständig zu entfalten. Servieren Sie einen Bordeaux auf keinen Fall bei Zimmertemperatur im Sommer, da dies die Aromen erdrücken und die Wahrnehmung des Alkohols verstärken würde.