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Die Rotweine von Bordeaux basieren hauptsächlich auf drei emblematischen Rebsorten: Merlot, Cabernet Sauvignon und Cabernet Franc. Der Merlot dominiert deutlich am rechten Ufer, insbesondere in Saint-Émilion und Pomerol, wo er den Weinen Rundheit, Fülle und Aromen von reifen roten Früchten verleiht. Der Cabernet Sauvignon behauptet sich am linken Ufer, insbesondere im Médoc und in Pessac-Léognan, und bringt Struktur, feste Tannine und ein gutes Lagerpotenzial mit sich. Der Cabernet Franc, mengenmäßig diskreter, spielt oft eine wertvolle Rolle im Verschnitt und bringt aromatische Finesse und Frische. Andere sekundäre Rebsorten wie Petit Verdot oder Malbec runden bisweilen die Bordeaux-Cuvées ab.
Einen Bordeaux zu verschenken ist immer eine schöne Aufmerksamkeit, sofern man die Wahl dem Geschmack des Empfängers und dem Anlass anpasst. Für einen Liebhaber kräftiger und lagerfähiger Weine empfehlen sich die großen Appellationen des Médoc wie Pauillac oder Saint-Estèphe, deren Jahrgänge 2016, 2018 oder 2020 besonders gelungen sind. Für jemanden, der rundere und bereits jetzt zugängliche Weine bevorzugt, ist ein Saint-Émilion Grand Cru oder ein Pomerol eine kluge Wahl. Wenn das Budget knapper ist, sollte man die Satellitenappellationen wie Lalande-de-Pomerol oder die Côtes de Bordeaux nicht vernachlässigen, die ein ausgezeichnetes Preis-Leistungs-Verhältnis bieten. Schließlich macht ein jahrgangsbezeichneter Sauternes ein originelles und unvergessliches Geschenk für Liebhaber von Süßweinen.
Ein großer roter Bordeaux verlangt nach einem Tisch, der ihm ebenbürtig ist. Die klassischsten und gelungensten Kombinationen bleiben rotes Fleisch: Ein gebratenes Lamm aus Pauillac zu einem Wein derselben Appellation ist eine legendäre Kombination, ebenso wie eine Entenbrust mit Steinpilzen zu einem Saint-Émilion Grand Cru. Hart- oder Halbhartkäse wie gereifter Comté oder alter Cantal harmonieren ebenfalls sehr gut mit den Tanninen aus Bordeaux. Zu älteren Weinen mit weicheren Tanninen empfehlen sich Schmorgerichte, ein Hasenpfeffer oder ein Rinderfilet im Teigmantel. Abenteuerlustige Liebhaber können auch die Kombination mit edlen Pilzen wie der schwarzen Trüffel erkunden, deren erdige Aromen in wundervoller Resonanz mit den holzigen und würzigen Noten der großen Bordeaux stehen.
Die Unterscheidung zwischen dem linken und dem rechten Ufer in Bordeaux ist grundlegend, um die Weinsstile der Region zu verstehen. Das linke Ufer vereint prestigeträchtige Appellationen wie den Médoc, Pauillac, Saint-Julien oder Margaux. Die Böden bestehen dort aus drainierenden Kiesböden, die ideal für den Cabernet Sauvignon sind und Weine mit Körper, Tannin und ausgezeichnetem Lagerpotenzial ergeben. Das rechte Ufer beherbergt Saint-Émilion, Pomerol oder Fronsac auf tonig-kalkhaltigen Terroirs, die dem Merlot besser entsprechen. Die Weine sind dort generell weicher, fruchtiger und früher zugänglich. Beide Ufer verkörpern zwei große Seelen des Bordeaux-Weinbaus, die sich gegenseitig ergänzen und gleichermaßen bemerkenswert sind.
Die Serviertemperatur ist ein Detail, das bei der Verkostung eines Bordeaux alles verändert. Ein junger, fruchtiger Roter aus einer Einstiegsappellation profitiert davon, leicht gekühlt bei etwa 15–16 °C serviert zu werden, um seine aromatische Frische zu bewahren. Für die großen Weine des Médoc oder Saint-Émilion ist eine Temperatur von 17 bis 18 °C ideal: Sie lässt die Tannine harmonisch zur Geltung kommen, ohne dass der Alkohol die Oberhand gewinnt. Es empfiehlt sich, die Flasche etwa eine Stunde vor dem Servieren aus dem Keller zu nehmen, und bei jungen, strukturierten Weinen sollte man sie 30 Minuten bis 1 Stunde karaffinieren, um sie zu belüften und die Aromen vollständig zu entfalten. Servieren Sie einen Bordeaux auf keinen Fall bei Zimmertemperatur im Sommer, da dies die Aromen erdrücken und die Wahrnehmung des Alkohols verstärken würde.
Die Lagerfähigkeit ist eine der bemerkenswertesten Eigenschaften der Bordeaux-Weine, doch sie variiert erheblich je nach Appellation, Château und Jahrgang. Die Grands Crus Classés des Médoc, Pauillac, Saint-Estèphe und Saint-Julien sind die wahren Könige der Langlebigkeit: Die besten Jahrgänge wie 2000, 2005, 2010 oder 2016 können 20 bis 40 Jahre reifen und sich weiterentwickeln, bei den Grands Crus sogar noch länger. Die Weine aus Saint-Émilion und Pomerol, in denen Merlot dominiert, erreichen ihren Höhepunkt in der Regel früher, je nach Erzeuger zwischen 10 und 25 Jahren. Die Bordeaux-Weine mit regionaler Appellation oder die Côtes de Bordeaux hingegen sind für den Genuss in ihrer Jugend konzipiert, idealerweise innerhalb von 5 bis 8 Jahren nach ihrem Jahrgang. Um die Lagerfähigkeit zu optimieren, ist ein Weinkeller mit stabiler Temperatur zwischen 12 und 14 °C, licht- und vibrationsgeschützt sowie einer Luftfeuchtigkeit von etwa 70 %, unverzichtbar. Geduld bleibt die wichtigste Eigenschaft eines Bordeaux-Sammlers.
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