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Das Domaine Arretxea ist das unbestrittene Aushängeschild der Appellation Irouléguy, der einzigen AOP des französischen Baskenlandes und eine der wichtigsten Referenzen des Südwestens. Die Familie Riouspeyrous bebaut auf den Höhen von Irouléguy rund 9 Hektar Weinberge auf Terrassen an steilen Hängen, in zertifiziertem biologischem Anbau seit 1998 und in Biodynamie. Der Name bedeutet auf Baskisch „das Steinhaus" – ein Spiegelbild der Terroirs aus Schiefer, rotem Sandstein und Ophit, die das Domaine mit seltener Präzision zum Ausdruck zu bringen sucht. Tannat, Cabernet Sauvignon und Cabernet Franc für die Rot- und Roséweine, Petit Manseng, Gros Manseng und Petit Courbu für die Weißweine bilden eine Palette von großer Komplexität, die auf Lagerung ausgelegt ist.
Die Geschichte von Domaine Arretxea ist eine schöne Familiengeschichte. 1989 beschlossen Thérèse und Michel Riouspeyrous, damals Erzieherin und Lehrer, auf den Familienhof mitten in den Bergen zurückzukehren, um ihn nicht verfallen zu lassen und sich dem Weinbau zu widmen. So übernahmen sie den Betrieb von Michels Großvater im Dorf Irouléguy. Dort pflanzten Mönche der Abtei Roncevaux bereits im 12. Jahrhundert Reben, um die Pilger auf dem Jakobsweg mit Wein zu versorgen. Michel hatte seine ersten Schritte im Weinbau einige Jahre zuvor an der Seite von Peio Espil gemacht, der heute das benachbarte Domaine Ilarria leitet.
Am Anfang stand für das Paar eine gewaltige Aufgabe: Auf Hängen zwischen 200 und 400 Metern Höhe mit bis zu 40 % Gefälle mussten Terrassen angelegt und Reben in hoher Dichte neu gepflanzt werden. Der erste Jahrgang entstand 1993, der erste Weißwein Hegoxuri folgte 1997. Gestützt auf die Arbeit des Boden- und Geologieexperten Yves Hérody entschlüsselten die Riouspeyrous die komplexe Geologie von Irouléguy und führten das Weingut nach und nach an die Spitze der Region. Heute sind ihre beiden Söhne Iban und Téo, die bei einigen der Besten Wein vinifiziert haben, mit dabei. Gemeinsam schreiben sie das nächste Kapitel eines Weinguts, das zur treibenden Kraft der baskischen Weine geworden ist.
Die Weinberge von Arretxea erstrecken sich über schmale Terrassen und steile Hänge am Fuß des Jara-Bergs und stehen zugleich unter atlantischem und Gebirgseinfluss. Die kargen, gut drainierenden Böden bestehen vor allem aus Schiefer und rotem Sandstein. Hinzu kommt Ophit, ein vulkanisches Gestein, das den Weinen eine rauchige und würzige mineralische Note verleiht. Dieses geologische Mosaik, das bis in den letzten Winkel untersucht wurde, ist der Schlüssel zur Identität und Komplexität der Weine des Weinguts.
Die Weinberge werden konsequent ökologisch und biodynamisch bewirtschaftet – eine echte Herausforderung im feuchten Klima des Baskenlands. Im Winter hält eine Schafherde die Rebflächen frei und sorgt für natürliche Düngung. Die Trauben werden von Hand gelesen und sowohl im Weinberg als auch im Keller selektiert. Das Streben nach Harmonie mit der Natur und ein tiefes Verständnis der Wechselwirkungen zwischen Boden, Rebe und ihrer Umgebung haben die Familie dazu gebracht, nach und nach kleine Parzellencuvées gesondert auszubauen, die jeweils ein bestimmtes Terroir zum Ausdruck bringen.
Im Keller setzt das Weingut auf eine natürliche Vinifikation, die das Lesegut schont. Die Trauben werden entrappt; die Rotweine vergären anschließend mit indigenen Hefen und bleiben etwa drei Wochen auf der Maische, um die Struktur des Tannat behutsam zu extrahieren. Der Ausbau wird auf jede Cuvée abgestimmt: im Betontank, um die Reinheit der Frucht zu bewahren, in Eichenfässern und Demi-Muids für lagerfähige Weine sowie in großen Holzfässern und 600-Liter-Fässern für die Weißweine.
Die neue Generation hat für spannende Versuche auch den Ausbau in Dolia eingeführt, Tonkrügen aus der Töpferei Goicoechea. Dieser differenzierte Ansatz bringt charaktervolle, komplexe Rotweine hervor, Weißweine, die durch ihre frische Balance, Substanz und Dynamik einzigartig sind, sowie einen genussvollen Rosé. Sie alle spiegeln das raue Klima von Irouléguy und die Seltenheit dieser Bergterroirs getreu wider.
Irouléguy Blanc Hegoxuri: die wichtigste Weißweincuvée des Weinguts. Ihr Name bedeutet „der Weiße aus dem Süden“. Die Assemblage aus Gros Manseng, Petit Manseng und Petit Courbu stammt von Sandstein- und Schieferböden und wird rund zehn Monate in großen Holzfässern und 600-Liter-Fässern vinifiziert und ausgebaut. Sie begeistert mit einem blumigen, rauchigen Bukett, saftigen Fruchtnoten von Zitrusfrüchten, Mango und Pfirsich sowie einer raffinierten Komplexität, mit der sie über Jahre hinweg glänzen kann.
Irouléguy Blanc Schistes: eine Parzellencuvée von Schieferböden, in der Petit Manseng dominiert. Ausdrucksstark und konzentriert zeigt sie sich vollmundig und reich an gelben Früchten wie Birne, Pfirsich, Mango und Ananas. Dazu kommen eine straffe Kraft und eine für den Boden charakteristische würzige Mineralität. Eine absolute Rarität.
Irouléguy Blanc Grés: das Gegenstück zur vorherigen Cuvée. Dieser Parzellenwein von Sandsteinböden stellt Petit Manseng in den Vordergrund, ergänzt durch Gros Manseng. Straff und lebendig, mit schlankem Körper und salzigem Abgang, bringt er das Terroir präzise und mineralisch zum Ausdruck.
Irouléguy Blanc Pantxuri (Ophite): eine besondere Cuvée aus Gros und Petit Manseng von einem Terroir mit vulkanischem Ophit. Der seltene, kaum erhältliche Wein zeigt eine rauchige und würzige Mineralität, die für diesen ungewöhnlichen Boden typisch ist.
Irouléguy Rosé: Dieser überwiegend aus Tannat und ergänzend aus den beiden Cabernet-Sorten erzeugte Rosé ist ein Speisenbegleiter, der sich durch Struktur, Frische und Klarheit auszeichnet – weit entfernt von leichten, austauschbaren Roséweinen.
Irouléguy Rouge Tradition: die emblematische Rotweincuvée des Weinguts, eine Assemblage aus Tannat, Cabernet Franc und Cabernet Sauvignon. Nach dreiwöchiger Maischestandzeit wird sie etwa zehn Monate im Betontank ausgebaut. Die verführerische Nase vereint rote Früchte wie Erdbeere, Kirsche und schwarze Johannisbeere mit Pfeffer und Lakritz. Am Gaumen zeigt der Wein Frische, Geschmeidigkeit und eine fließende, saftige Textur. Sie können ihn schon heute trinken oder 8 bis 10 Jahre lagern.
Irouléguy Rouge Haitza: eine Prestige-Cuvée von alten Reben auf rotem Sandstein, überwiegend aus Tannat und ergänzt durch Cabernet Sauvignon. Sie wird im Betontank vinifiziert und anschließend 18 Monate in Eichenfässern ausgebaut. Dabei entfaltet sie Aromen von Sauerkirsche, schwarzer Johannisbeere, Lakritz und Karamell. Am Gaumen wirkt sie zunächst saftig und entwickelt dann eine zurückhaltende Rundung. Ein großer Wein aus der Kategorie der lagerfähigen Weine.
Irouléguy Rouge Burdin Harria: eine Parzellencuvée aus Tannat und den beiden Cabernet-Sorten in ausgewogenem Verhältnis. Ihr Name erinnert an Eisenstein. Der tiefe, dichte und strukturierte Rotwein bringt die eisenhaltige Mineralität seines Terroirs zum Ausdruck.
Irouléguy Rouge Dolia: eine außergewöhnliche, überwiegend aus Tannat gekelterte Cuvée, die in Tonkrügen, sogenannten Dolia, ausgebaut wird. Dieser besondere Ausbau bewahrt die Frucht und Reinheit des Weins und verleiht ihm zugleich eine seidige Textur – ein ausgesprochen eigenständiger Charakterwein.
Vin de France Punpa: eine Hommage der Riouspeyrous-Söhne an den Zusammenhalt in ihrem Weinberg. Dieser Rotwein steht für den Aufbruch und die neue Dynamik der nächsten Generation des Weinguts. Mit verführerischen Noten von schwarzer Johannisbeere und Eukalyptus ist er unbeschwert, frisch und erfrischend.
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