1959 ist ein sehr großer Jahrgang und ein hervorragender Erfolg in den meisten französischen Weinbaugebieten. In Bordeaux hat er sogar den Jahrgang 1961 eingeholt oder (bei bestimmten Grand Crus Classés) übertroffen, was die Lagerfähigkeit betrifft. Die Rotweine aus Bordeaux von 1959 sind reich, massiv und für eine lange Reifung gerüstet. Die Flaschen haben sich sehr langsam entwickelt. Am rechten Ufer (Saint-Émilion und Pomerol) hatten sich nicht alle Merlots vom Frost des Jahres 1956 erholt, und die Ergebnisse waren weniger überzeugend als bei den großen Weinen des Médoc. Die Sauternes 1959 sind ausgezeichnet, und die besten können noch immer gelagert werden. In Bourgogne gilt das Jahr 1959 als großes Jahr, und die Rotweine sind reich, vollmundig und von majestätischer Balance. Die feinen Septemberregen haben zur Qualität der Trauben beigetragen, das Erntevolumen ist reichlich, und das Niveau der Bourgogne-Rotweine ist beeindruckend (ebenso wie ihr Lagerpotenzial). Die weißen Bourgogne 1959 sind weniger gelungen. In Champagne ist der Jahrgang 1959 hervorragend. Die Weine sind gehaltvoll und kräftig, aber auch fett und reif und besitzen daher ein enormes Lagerpotenzial. Das Rhônetal steht dem in nichts nach, und kraftvolle Weine wie der Hermitage können noch jahrelang genossen werden. Im Elsass gilt der Jahrgang 1959 als außergewöhnlich, und man kann noch immer sehr schöne Weine finden, wie etwa bestimmte Gewurztraminer des domaine Weinbach, die, nachdem sie ihren Zucker abgebaut haben, eher ein mineralisches Profil mit Quittenaroma aufweisen. Ein hervorragendes Jahr 1959 für die Weine der Loire, mit außergewöhnlichen Süßweinen aus Quarts de Chaume und Bonnezeaux. Darüber hinaus ist 1959 unbestreitbar der Jahrgang des Jahrhunderts für die Rotweine aus Chinon. Schließlich hat der Jura 1959 großartige Vins Jaunes produziert, die Liebhaber begeistern werden.