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Eines der Aushängeschilder der Rhône
Château Grillet, ein winziger Weinberg von 3,5 ha im nördlichen Rhônetal, ist eine Monopol-Appellation und produziert heute durchschnittlich 10 000 Flaschen pro Jahr. Es heißt, Kaiser Probus habe im 3. Jahrhundert die ersten Rebparzellen von Château Grillet angelegt, aus Setzlingen, die er aus Dalmatien mitgebracht hatte. Er wurde von Kaiserin Joséphine (Gattin Napoleons) genossen. Im Jahr 1936 erlangte der Eigentümer Henri Gachet die Anerkennung der kontrollierten Herkunftsbezeichnung Château Grillet, damals eine der kleinsten Appellationen Frankreichs. Château Grillet wurde 2011 von der Familie Neyret-Gachet, die es seit 1827 besessen hatte, an François Pinault verkauft.
Wir entschuldigen uns für die Unannehmlichkeiten.
Die Ursprünge von Château Grillet reichen bis in die Antike zurück. Der Legende nach brachte Kaiser Probus im 3. Jahrhundert Reben aus Dalmatien auf diese von der Sonne regelrecht gebratenen Hänge, denen der Ort seinen Namen verdankt. Im Lauf der Jahrhunderte ging das Weingut in den Besitz bürgerlicher Familien aus Lyon über und wurde zum Rückzugsort großer Geister: Der Geometer Girard Desargues, ein Berater Richelieus, zog sich 1648 hierher zurück, und der Philosoph Blaise Pascal hielt sich 1652 hier auf. Schon Ende des 18. Jahrhunderts wurde der Wein an den vornehmsten Tafeln Europas serviert. Thomas Jefferson besuchte das Gut 1787; ein Kellerinventar von Malmaison verzeichnete 1814 bei Kaiserin Joséphine fast 300 Flaschen Château-Grillet, und James Christie erwarb 1829 Wein für König George IV.
Bereits ab 1830 gehörte das Gut zu den ersten an der Rhône, die ihre Weine selbst vinifizierten, abfüllten und vermarkteten. Damals stand es unter der Leitung der Familie Neyret-Gachet, in deren Besitz es fast zwei Jahrhunderte blieb. Im 20. Jahrhundert wurde der Koch Fernand Point, der als Erster drei Michelin-Sterne erhielt und das Restaurant La Pyramide in Vienne führte, zu einem seiner leidenschaftlichsten Fürsprecher. Der Kritiker Curnonsky, „Fürst der Gastronomen“, nahm den Wein in seine berühmte Fünfergruppe der größten Weißweine der Welt auf – neben Montrachet, Coulée de Serrant, Château d’Yquem und Château Chalon. Die kontrollierte Herkunftsbezeichnung Château-Grillet wurde 1936 anerkannt. Sie zählt zu den kleinsten und renommiertesten Frankreichs und liegt als Enklave innerhalb der Appellation Condrieu. Mit der Übernahme durch die Familie Pinault begann 2011 ein neues Kapitel: bedeutende Investitionen, die Restaurierung der Terrassen, die Umstellung auf biologischen Anbau mit Zertifizierung seit 2016 und hochpräzise Vinifikationen unter der Gesamtleitung von Frédéric Engerer, während Aloïs Houeto das Gut führt.
Der Weinberg erstreckt sich zwischen 150 und 250 Metern Höhe über 102 Terrassen, die von Trockenmauern gestützt werden, vor Ort „chaillées“ genannt. Dieses natürliche Amphitheater ist genau nach Süden ausgerichtet und vor Nordwinden geschützt. Es profitiert von einem außergewöhnlichen Mikroklima, das Licht und Wärme bündelt, während die Nähe zum Fluss für kühle Nächte sorgt. Die oft schwindelerregend steilen Hänge lassen keine Mechanisierung zu und erfordern ausschließlich Handarbeit.
Der karge, durchlässige Boden besteht aus verwittertem Biotitgranit, der stellenweise von dünnen Lössschichten bedeckt ist. Durch ihre tiefen Wurzeln im verwitterten Gestein erreichen die Reben die Wasserreserven des Untergrunds und leiden in trockenen Sommern weniger unter Wassermangel. Viognier, die einzige Rebsorte des Guts, findet hier sein Reich: Dass diese in den 1960er-Jahren fast verschwundene Rebsorte überlebt hat, ist auch der Treue von Château Grillet zu verdanken. Auf einem Viertel seiner Fläche ist das Gut von Wald umgeben. Es verfolgt einen agroforstwirtschaftlichen Ansatz mit Mandel-, Pflaumen- und Pfirsichbäumen sowie Eichen, Ahornen und Linden an den Rändern oder innerhalb der Parzellen, bringt Nistkästen und Fledermausquartiere an und konnte in seinem Ökosystem mehr als 130 Arten von Vögeln, Insekten, Amphibien und Säugetieren erfassen.
Alles beginnt im Weinberg: mit einem einfachen Guyot-Schnitt, der den Saftfluss berücksichtigt, überwiegend von Hand bearbeiteten Böden und Präparaten aus Pflanzen und Mineralien, die auf biodynamische Praktiken zurückgehen. Gelesen wird zum Höhepunkt der Reife in kleinen Kisten. Zuvor erfolgt direkt auf den Terrassen eine sorgfältige Selektion durch ein kleines Team von vier ganzjährig Beschäftigten.
Im Keller werden die Trauben jeder Parzelle schonend gepresst und separat vinifiziert, um die Gärung auf jede Partie abzustimmen und die Eigenart der jeweiligen Lage zu bewahren. Es folgt ein ruhiger Ausbau über achtzehn Monate in Barriques auf der Feinhefe. Der Anteil neuer Fässer bleibt bewusst gering – höchstens etwa 20 % –, damit der Ausdruck des Terroirs nie überdeckt wird. Die ausgesprochen selektive endgültige Assemblage prägt den Charakter des Jahrgangs: Nicht die oft mit Viognier verbundene aromatische Üppigkeit, sondern das Streben nach einem Gleichgewicht zwischen Geschmeidigkeit, Spannung und Salzigkeit kennzeichnet den Stil des Hauses.
Château-Grillet: Der große Wein, Herzstück der exklusiv diesem Gut vorbehaltenen Appellation, ist ein reinsortiger Viognier von den besten Granitterrassen des Guts. Er offenbart sich langsam und zurückhaltend, mit präziser Mineralität, oft begleitet von maritimer, jodiger und bisweilen mentholiger Frische. Sein komplexes, sich entwickelndes Bukett vereint florale Noten von Rose, Veilchen und Lindenblüte mit weißen und exotischen Früchten wie Birne, Ananas und Aprikose. Mit der Zeit kommen Anklänge von Honig, Haselnuss, Safran oder weißem Trüffel hinzu. Am Gaumen verbindet er Fülle und Energie mit Geschmeidigkeit, einer feinen, edlen Bitternote und lebendiger Salzigkeit bei bemerkenswerter Tiefe. Großer Wein aus der Riege der lagerfähigen Weine, nur in kleiner Menge erzeugt: Nach etwa zehn Jahren entfaltet er sich voll und kann noch weit darüber hinaus aufbewahrt werden. Er begleitet erlesene Speisen wie Spargel, getrüffelte Foie gras, Steinbutt, geschmorten Hummer, Bresse-Geflügel, dezent gewürzte asiatische Gerichte oder Rigotte de Condrieu, einen kleinen Ziegenkäse aus der Region.
Côtes-du-Rhône (ehemals Pontcin): Dieser Zweitwein entstand 2011 mit der Ankunft von Artémis Domaines. Er stammt von jungen Reben des Guts und aus einer strengen Auswahl benachbarter, ebenfalls mit Viognier bepflanzter Parzellen. Er zeigt den Charakter des Ortes auf unmittelbarere, genussvolle Weise, mit strahlender Frucht, Noten weißer Blüten und Zitrusfrüchte sowie erfrischender Spannung im Abgang. Dabei bleibt er subtil und vielschichtig, mit einer eleganten, mundwässernden Mineralität, die seine Herkunft vom Granit verrät. Schon jung zugänglich und dennoch mit echtem Lagerpotenzial, passt er zu Wolfsbarschfilet, mediterranem Salat, Ziegenkäse oder Sushi.
Condrieu La Carthery: Diese seltene, erstmals 2017 erzeugte Cuvée stammt von zwölf Terrassen, die an jene des Château angrenzen. Sie umfassen etwa 0,25 Hektar Granitboden am oberen Hang innerhalb der Appellation Condrieu. Sie zeigt eine andere, verführerischere und fülligere Seite des Viognier, ohne je an Geradlinigkeit oder Ausgewogenheit zu verlieren. Mit derselben Präzision wie der große Wein vinifiziert und geduldig auf der Feinhefe ausgebaut, präsentiert sie sich ausdrucksstark, wohlschmeckend und charaktervoll – sowohl jung als auch nach einigen Jahren Kellerreife. Eine nur in kleiner Menge erzeugte Cuvée, die das Dreigestirn des Guts auf natürliche Weise vervollständigt.
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