Rostaing Côte Rôtie La Côte Blonde 2021
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Einer der Größten der Côte-Rôtie: Rostaing
René Rostaing aus Ampuis im Rhônetal ist weltweit für seine Weine aus der Côte-Rôtie (Ampodium, Côte Blonde, La Landonne) und aus Condrieu (La Bonnette) bekannt. Domaine Rostaing zählt heute zu den bedeutendsten Weingütern der Côte-Rôtie, seit René Rostaing die Weinproduktion seines Schwiegervaters Albert Dervieux übernommen hat. Als bemerkenswert begabter Winzer erzeugt René Rostaing stets hervorragend aufgebaute Weine, die Struktur und Finesse vereinen. 2015 übergab René Rostaing jedoch an seinen Sohn Pierre, der seither sämtliche Cuvées allein erzeugt. Domaine Rostaing besitzt eine außergewöhnliche Parzelle an der Côte Brune in der Lage La Landonne, deren Trauben separat vinifiziert werden.
Die Geschichte beginnt 1971, als René Rostaing, damals von Beruf Notar, einige Familienparzellen in Ampuis zu bewirtschaften beginnt. Zu einer Zeit, als die Weinberge der Côte-Rôtie vernachlässigt werden und die Hanglagen für fast nichts zu haben sind, erwirbt er zwei winzige Parzellen: eine an der Côte Blonde, die andere in La Landonne. Sein angeheirateter Onkel Marius Gentaz-Dervieux, eine der großen klassischen Persönlichkeiten der Appellation, vermittelt ihm eine traditionelle Sicht auf das Winzerhandwerk. Durch seine Heirat gewinnt René Rostaing einen zweiten bedeutenden Mentor: seinen Schwiegervater Albert Dervieux-Thaize, der mehr als drei Jahrzehnte lang dem Winzerverband der Côte-Rôtie vorsteht.
Der Wendepunkt kommt Anfang der 1990er-Jahre. Albert Dervieux geht nach dem Jahrgang 1989 in den Ruhestand, Marius Gentaz folgt 1993. Beide übergeben René ihre Parzellen mit sehr alten Reben, insbesondere in La Viaillère, Fongeant, La Garde und an der Côte Brune. Das Weingut wächst damit auf rund siebeneinhalb Hektar, und René Rostaing gibt seine juristische Laufbahn auf, um sich ganz den Reben zu widmen. Über 25 Jahre baut er sich einen weltweiten Ruf auf, seinem geradlinigen, duftigen Stil treu, den die internationale Weinkritik würdigt. Ende der 1990er-Jahre erwirbt die Familie außerdem ein Weingut im Languedoc nahe Nîmes: das frühere Puech Chaud, heute Puech Noble. Seit 2015 führt Renés Sohn Pierre Rostaing Weinberge und Vinifikation allein. Er setzt das Erbe fort und verfeinert zugleich die Präzision bei Extraktion und Ausbau.
Die Weinberge bestehen aus rund zwanzig Parzellen in etwa vierzehn Lagen der Côte-Rôtie. Sie liegen an schwindelerregenden Hängen auf Terrassen, die von Trockensteinmauern gestützt werden. Im Norden ruht die Côte Brune auf eisenoxidhaltigem Glimmerschiefer, der tiefgründige, tanninreiche und in jungen Jahren strenge Weine hervorbringt. Hier liegt das Gebiet von La Landonne, mit rund 1,6 Hektar der größte Besitz des Weinguts. Die Reben sind häufig 60 Jahre alt, manche nähern sich der Jahrhundertmarke. Im Süden bietet die Côte Blonde helle, kieselsäurehaltige und sandige Gneisböden, auf denen geschmeidige, florale und unmittelbar verführerische Weine entstehen. Dort stehen noch einige traditionell dazwischen gepflanzte Viognier-Reben.
Hinzu kommen historische Parzellen wie La Viaillère und Fongeant sowie Reben unmittelbar außerhalb der Appellation in den Collines Rhodaniennes und eine kleine Viognier-Parzelle in der Lage Bonnette in Condrieu. Die Arbeit erfolgt von Hand, die Erträge werden bewusst niedrig gehalten. Der Weinbau ist umsichtig und bodenschonend, mit Bodenbearbeitung und kontrollierter Begrünung an Hängen, auf denen Maschinen kaum eingesetzt werden können. Im Languedoc, in Langlade im Gard, liegt das Weingut Puech Noble auf einem kleinen Plateau mit abgerundeten Kieseln über Kalkstein. Dieses Terroir erinnert an manche Bereiche von Châteauneuf-du-Pape und eignet sich hervorragend für Syrah, ergänzt durch Mourvèdre, Grenache und Rolle.
Die Kellerphilosophie ist entschieden klassisch. Die Trauben werden von Hand gelesen und sortiert, und die Ganztraubenvergärung spielt eine zentrale Rolle: Je nach Jahrgang und Reife der Rappen kann der Anteil ganzer Trauben die gesamte Ernte umfassen. Das bringt Frische, Spannung und aromatische Komplexität. Die Maischestandzeiten sind lang – von sieben Tagen bis zu mehr als drei Wochen – und die Extraktion bleibt sehr sanft. Das Weingut nutzt rotierende Tanks nicht, um die Arbeit zu beschleunigen, sondern im Gegenteil, um die langsamen Maischestandzeiten von früher nachzubilden, mitunter mit nur einer Umdrehung pro Tag.
Der Ausbau dauert im Durchschnitt rund zwanzig Monate, meist etwa 22 Monate, in Pièces und Demi-Muids. Der Anteil neuen Holzes wird je nach Cuvée bewusst auf höchstens 5 bis 15 % begrenzt. Diese Entscheidung gegen die Mode stark holzbetonter Weine, die die Côte-Rôtie lange geprägt hat, sorgt dafür, dass Frucht und Terroir im Vordergrund bleiben. Die Weine werden mit möglichst wenigen Eingriffen abgefüllt, ohne auf sofortige Brillanz abzuzielen. Das verleiht ihnen ein bemerkenswertes Reifepotenzial und jene duftige, beinahe florale Handschrift, die Liebhaber unter vielen wiedererkennen.
Côte-Rôtie Ampodium: nach dem lateinischen Namen von Ampuis benannt, hieß diese Cuvée lange Cuvée Classique, bevor sie ab dem Jahrgang 2009 umbenannt wurde. Sie vereint Syrah aus dreizehn verschiedenen Lagen und erhält dadurch eine für einen sogenannten Einstiegswein unerwartete Komplexität. In jungen Jahren dominieren schwarze Johannisbeere, Lakritz, Veilchen und Pfeffer, später entwickeln sich Noten von Unterholz und Wild. Eine große, zugängliche Côte-Rôtie, die sich zwischen dem fünften und fünfzehnten Jahr trinken lässt.
Côte-Rôtie Côte Blonde: von den hellen Gneisböden im Süden der Appellation, mit bis zu 75 Jahre alten Reben und einem kleinen Anteil an dazwischen gepflanztem Viognier. Dies ist der charmanteste und aromatischste Wein des Weinguts, geprägt von Veilchen, hellem Tabak, Zimt und kandierten roten Früchten. Seine Tanninstruktur ist fein und dicht, der Abgang geschmeidig und schier endlos. Ein Musterbeispiel rhônetypischer Eleganz, idealerweise nach acht bis zehn Jahren zu öffnen.
Côte-Rôtie La Landonne: die Vorzeigeparzelle des Weinguts auf den eisenhaltigen Schieferböden der Côte Brune, mit sehr alten Reben aus dem Erbe von Marius Gentaz. Aus reinem Syrah entsteht ein dunkler, dichter und kraftvoll strukturierter Wein mit schwarzer Frucht, Olive, Leder, Graphit und Gewürzen. In jungen Jahren streng und verschlossen, verlangt er Geduld und entfaltet sich nach zehn bis fünfzehn Jahren. Sein Reifepotenzial beträgt 30 Jahre und mehr.
Côte-Rôtie Côte Brune: eine seltene Cuvée, die erstmals mit dem Jahrgang 2013 erschien. Sie stammt von Reben, die um die Jahrtausendwende auf der ehemaligen Parzelle von Marius Gentaz neu gepflanzt wurden. Sie wird nur in großen Jahrgängen erzeugt und trägt ein Etikett im alten Stil als Hommage an den legendären Winzer. Tiefgründig, mineralisch und rauchig, zwischen der Kraft von La Landonne und der aromatischen Präzision des Weinguts.
Côte-Rôtie La Viaillère: eine weitere seltene Hommage aus der historischen Parzelle von Albert Dervieux-Thaize, die mit sehr alten Syrah-Reben auf Schiefer bepflanzt ist. Nur wenn Jahrgang und Erträge es erlauben, wird sie separat abgefüllt – in wenigen Hundert Flaschen und mit einem Etikett nach dem Vorbild von Dervieux-Thaize. Ein spannungsreicher, würziger und charaktervoller Wein, bei Sammlern sehr begehrt.
Condrieu La Bonnette: aus einer winzigen Viognier-Parzelle in der Lage Côte Bonnette auf verwittertem Granit. Fern der bisweilen überschäumenden Opulenz der Appellation setzt sie auf Finesse: mit Aromen von getrockneter Aprikose, Orangenschale und weißen Blüten sowie einem fülligen, aber frischen Gaumen, der in einer eleganten Bitternote ausklingt. Ein Condrieu im klassischen Stil, den man am besten in seinen ersten fünf Jahren genießt.
IGP Collines Rhodaniennes Les Lézardes Rotwein: Syrah von alten Reben unmittelbar am Rand des Côte-Rôtie-Gebiets, mit derselben Sorgfalt vinifiziert wie die Cuvées der Appellation. Knackige schwarze Früchte, Pfeffer und florale Noten, ein geschmeidiger, bekömmlicher Gaumen. Eine hervorragende Gelegenheit, den Stil von Rostaing zu einem erschwinglichen Preis kennenzulernen.
IGP Collines Rhodaniennes Les Lézardes Weißwein: reiner Viognier aus einer Pflanzung nahe Condrieu, ohne Schwere vinifiziert, mit Fokus auf Frische und Frucht. Aprikose, weißer Pfirsich und Akazienblüten dominieren, der Gaumen ist rund und zugleich klar. Ideal zum Aperitif, zu Fisch oder Geflügel mit Zitrusfrüchten.
Languedoc Puech Noble Rotwein: die zweite Facette des Weinguts, aus Langlade bei Nîmes, von einem Plateau aus abgerundeten Kieseln auf Kalkstein. Diese von Syrah geprägte und durch Mourvèdre und Grenache ergänzte Cuvée verbindet südliche Tiefe mit unerwarteter Frische. Garrigue, schwarze Johannisbeere, Lakritz und Gewürze bestimmen ihr Profil. Sie besitzt ein schönes Reifepotenzial von rund zehn Jahren.
Languedoc Puech Noble Weißwein: Aus südlichen weißen Rebsorten, darunter Rolle und Roussanne, bereitet, setzt er auf Spannung und Salzigkeit statt auf Opulenz. Weiße Blüten, Zitrusfrüchte, Steinobst und ein mineralischer Abgang prägen einen originellen Weißwein für die gehobene Küche, der noch als Geheimtipp gilt.
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