Pape Clément 1968
Beychevelle 1968
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Der Jahrgang 1968 war in Frankreich einer der schwierigsten des Jahrzehnts: Ein sehr regenreicher Sommer und Frühherbst brachten leichte, oft verwässerte Weine hervor, von denen die meisten schon in ihren ersten Jahren getrunken wurden. Doch wer über die Landesgrenzen hinausblickt, entdeckt auch erfreuliche Überraschungen aus dem Jahr 1968. Spanien erlebte einen bemerkenswerten Jahrgang mit langlebigen Rioja-Weinen, die noch immer sehr begehrt sind. In Italien begann eine echte Erneuerung, für die die erstmalige Markteinführung des Sassicaia sinnbildlich steht. Selten und voller Geschichte sind die Weine von 1968, die die Zeit überdauert haben, heute wertvolle Zeugnisse eines legendären Jahres – ideal, um einen Geburts- oder Hochzeitstag zu feiern.
Das Weinjahr 1968 hatte im Bordelais zunächst auf eine reichliche Ernte hoffen lassen. Doch mitten im Sommer setzte anhaltender Regen ein: August und September waren besonders niederschlagsreich. Damit war 1968 in Bordeaux das feuchteste Jahr seit 1951. Der Mangel an Sonnenschein bremste die Reife, und die wasserreichen Trauben ergaben wenig konzentrierte Moste. In der Bourgogne beeinträchtigten Regen, Kälte und Fäulnis die Qualität in den meisten Parzellen. Im übrigen Frankreich verlief das Jahr ähnlich, mit viel Niederschlag und wenig Sonne.
Die Weinlese fand unter häufig schwierigen Bedingungen statt und zwang diejenigen, die es sich leisten konnten, zu einer strengen Selektion. Wie schwierig das Jahr war, zeigt sich daran, dass die traditionelle Versteigerung der Hospices de Beaune für diesen Jahrgang ausfiel und einige der renommiertesten Weingüter der Bourgogne darauf verzichteten, ihren Wein abzufüllen. Der Gegensatz zu Spanien und Italien ist frappierend: Dort waren die Bedingungen deutlich günstiger und ermöglichten die Erzeugung großer, lagerfähiger Weine.
Die meisten französischen Weine des Jahrgangs 1968 wurden jung getrunken, und nur sehr wenige Flaschen sind erhalten geblieben. Die heute noch verfügbaren Flaschen zeigen eine weit fortgeschrittene Reife mit tertiären Aromen von Leder, Pilzen, Waldboden und Trockenfrüchten. Ihr Reiz liegt ebenso sehr in der Emotion wie im Genuss selbst. Die großen Rioja-Weine von 1968, die für eine sehr lange Lagerung erzeugt wurden, sind dagegen oft erstaunlich lebendig. Bei einem Wein dieses Alters sind die Herkunft, der Füllstand der Flasche und der Zustand des Korkens entscheidend: Bevorzugen Sie Flaschen mit bekannter Lagerung.
Stellen Sie die Flasche für die Verkostung mindestens zwei Tage vor dem Öffnen aufrecht und verwenden Sie einen Federzungenkorkenzieher, um einen brüchigen Korken zu schonen. Dekantieren Sie den Wein unmittelbar vor dem Servieren behutsam, ohne ihn längere Zeit in der Karaffe stehen zu lassen: Ein alter Wein zeigt sich oft in den ersten Minuten von seiner besten Seite. Servieren Sie Rotweine bei etwa 16 °C zu schlichten Speisen, die ihre feinen Nuancen nicht überdecken: Geflügel, Federwild, Pilze oder Schnittkäse.
Das Jahr 1968 erinnert unmittelbar an die Ereignisse des Mai 1968, die die französische Gesellschaft tiefgreifend geprägt haben. Einige Monate zuvor hatte Jean-Claude Killy bei den Olympischen Winterspielen in Grenoble drei Goldmedaillen im alpinen Skisport gewonnen. Mit einem Wein von 1968 würdigen Sie also ein Jahr des Umbruchs – sei es zum Geburtstag oder zum Hochzeitstag. Angesichts des schwierigen Jahrgangs in Frankreich sind ein großer Rioja Gran Reserva, ein italienischer Wein aus diesem Jahr oder eine Jahrgangsspirituose oft die sicherste Wahl für ein gelungenes Geschenk.
Bordeaux: Aufgrund des regnerischen Sommers zählt 1968 zu den schwächsten Jahrgängen der 1960er-Jahre. Die leichten, wenig konzentrierten Weine wurden größtenteils jung getrunken. Einige Grands Crus vom linken Ufer und aus Graves, etwa Latour, Palmer oder La Mission Haut-Brion, schnitten besser ab. Ihre Flaschen sind heute jedoch Sammlerstücke. Sauternes war besonders stark betroffen.
Bourgogne: Ein sehr schwieriges Jahr, geprägt von Regen, Kälte und Fäulnis – die Versteigerung der Hospices de Beaune fiel sogar aus. Einige wenige Grands Crus von der Côte de Nuits, deren Weingüter die Trauben äußerst streng selektierten, ergaben dennoch überraschende Weine. Dazu gehört der heute bei Sammlern sehr begehrte Bonnes-Mares von Domaine Comte Georges de Vogüé.
Champagne: Das kühle, feuchte Jahr bot kaum Gelegenheit, Jahrgangschampagner zu erzeugen. Die meisten Häuser zogen es vor, ihre Weine in jahrgangslose Cuvées einfließen zu lassen. Flaschen von 1968 sind daher echte Raritäten.
Rhônetal: Auch diese Region blieb von den feuchten Witterungsbedingungen des Jahres nicht verschont. Die Weine waren leichter als gewöhnlich und wurden rasch getrunken. Die wenigen noch verfügbaren Hermitage- oder Châteauneuf-du-Pape-Weine sollten mit großer Vorsicht ausgewählt werden.
Loire: Das regenreiche Jahr mit wenig Sonnenschein hat an der Loire keine großen Erinnerungen hinterlassen. Nur einige Chenin-Weine aus Vouvray oder Anjou – Chenin ist für seine außergewöhnliche Langlebigkeit bekannt – könnten noch bei Sammlern zu finden sein.
Elsass: Die Kühle und Feuchtigkeit des Jahres begrenzten die Reife der Trauben. Die eher leichten Weine waren nicht für eine lange Lagerung bestimmt. Erhaltene Flaschen sind inzwischen sehr selten.
Languedoc-Roussillon: Damals erzeugte die Region vor allem Weine für den alltäglichen Genuss. Um 1968 zu feiern, sind die natürlichen Süßweine mit Jahrgang aus dem Roussillon – Rivesaltes, Maury oder Banyuls – dagegen eine bemerkenswerte Wahl. Ihr oxidativer Ausbau verleiht ihnen eine große Langlebigkeit.
Provence: Die Weine der Provence von 1968, überwiegend Rosés und Rotweine für den frühen Genuss, sind längst verschwunden. Allenfalls einige Flaschen Bandol oder Palette könnten noch bei Sammlern zu finden sein.
Südwestfrankreich: Die Stillweine dieses Jahres sind heute größtenteils nicht mehr zu finden. Jahrgangs-Armagnacs von 1968 bieten dagegen eine ideale Möglichkeit, dieses Jahr zu feiern. Einmal abgefüllt, entwickelt sich der Brand nicht weiter – das macht ihn zu einem Geschenk ohne Reiferisiko.
Beaujolais: Wie im übrigen Frankreich brachte das feuchte Jahr leichte Weine hervor, die für den frühen Genuss gedacht waren. Beaujolais-Weine von 1968 sind praktisch nicht mehr zu finden.
Jura: Dank ihres langen Ausbaus unter einer Hefeschicht gehören Vin Jaune und Château-Chalon zu den wenigen französischen Weinen, die mehr als ein halbes Jahrhundert überdauern können. Eine gut gelagerte Flasche von 1968 ist nach wie vor ein außergewöhnliches Geschenk.
Savoyen: Weine aus Savoyen aus dieser Zeit – leichte Weißweine und Rotweine für den lokalen Konsum – sind praktisch nicht mehr zu finden. Die wenigen verbliebenen Flaschen sind vor allem von historischem Interesse.
Spanien: 1968 zählt zu den großen Rioja-Jahrgängen des 20. Jahrhunderts und war auch in Ribera del Duero ein sehr gutes Jahr. Die lange im Fass ausgebauten Gran Reservas traditionsreicher Bodegas sind für ihre Langlebigkeit bekannt und zeigen sich häufig noch immer in beeindruckender Verfassung. Für alle, die einen großen Rotwein von 1968 suchen, sind sie wohl die beste Wahl.
Italien: Während Frankreich ein schwieriges Jahr erlebte, markierte 1968 für Italien eine Art Neuanfang. Es war der erste Jahrgang des Sassicaia, der auf den Markt kam – jenes Weins aus Bolgheri, der zum berühmtesten der Supertoskaner wurde. Im Piemont sind die Barolo-Weine von 1968 elegant, ausgewogen und zart duftend.
Portugal: 1968 war kein allgemein deklarierter Vintage-Port-Jahrgang. Colheita-Ports von 1968 hingegen reiften vor der Abfüllung viele Jahre im Fass, sind heute bestens trinkreif und eignen sich hervorragend als Jahrgangsgeschenk.
Kalifornien: 1968 gilt als ausgezeichneter Jahrgang für kalifornische Cabernet-Sauvignon-Weine. Die besten Cuvées haben eine bemerkenswerte Lagerfähigkeit bewiesen.
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