Der Jahrgang 1991 bildet in Bourgogne ein bescheidenes und ungleichmäßiges Jahr, das lange vom monumentalen 1990 überschattet wurde, das ihm vorausgeht, geprägt von einer kontrastreichen Saison und einigen Hagelschlägen. Die Rotweine (Pinot Noir) schlagen sich dort besser als die Weißweine, in einem leichteren und klassischeren Register, mit deutlich regelmäßigerem Erfolg in der Côte de Nuits (Vosne-Romanée, Gevrey-Chambertin) als in der Côte de Beaune. Die Weißweine (Chardonnay) zeigen sich zurückhaltender und unbeständiger, von Meursault bis Chablis. Das Lagerpotenzial ist begrenzt, und die meisten Cuvées sind heute trinkbereit, die zerbrechlichsten befinden sich sogar bereits im Niedergang. Nur die besten Rotweine der Côte de Nuits bewahren noch Halt. Zwischen dem großen 1990 und dem großzügigen 1992 angesiedelt, bleibt der 1991 ein Übergangsjahrgang, der ohne weiteres Zögern genossen werden sollte.