Das weingüter Trévallon!

von Didier frayssou
 

In der Provence, in der Gemeinde Saint-Etienne-du-Grès gelegen, wurde das weingüter Trévallon vor genau 60 Jahren gegründet und zählt dennoch heute zu den anerkanntesten Weinen seiner Appellation.

Es war im Jahr 1955, als Etienne Dürrbach, von Beruf Bildhauer, beschloss, das Gelände von Trévallon zu erwerben. Damals kaufte er 60 ha Garrigue: soweit das Auge reichte, weißer Kalkfelsen und kein einziger Rebstock. Sein Sohn Eloi, leidenschaftlicher Weinbauer, erkannte im Familien-weingüter ein zu erschließendes Potenzial und initiierte gigantische Arbeiten, um das, was damals nur Steine waren, in ein würdiges weingüter zu verwandeln. Im Jahr 1973 pflanzte er schließlich seine ersten Rebstöcke auf 20 ha: 15 ha Rotwein, zu gleichen Teilen aus Cabernet Sauvignon und Syrah. Sowie 2 ha Weißwein, aufgeteilt zwischen Marsanne (45 %), Roussanne (45 %) und Chardonnay (10 %).

Im Jahr 1976 erblickte der erste Jahrgang des weingüter Trévallon das Licht der Welt.

Neben der Rebsortenbestockung und dem Terroir liegt eine der Besonderheiten des weingüter wahrscheinlich in der Art und Weise, wie der Weinberg bewirtschaftet wird: alles ist vollständig biologisch. Eloi Dürrbach lehnt den Einsatz von Pestiziden oder Insektiziden ab und ist der Überzeugung, dass die beste Art, guten Wein zu erzeugen, darin besteht, die Natur mit Geduld sich entfalten zu lassen. Im weingüter werden auch Pflugarbeiten durchgeführt, die die Verwurzelung der Reben fördern, sowie kurze Schnitte, die die Erträge begrenzen und die Lebensdauer der Rebstöcke verlängern. Die Weinlese erfolgt, wenn die Trauben ihre volle Reife erreicht haben.

Im Keller gilt dieselbe Philosophie: Es werden keine exogenen Hefen verwendet, und es werden keinerlei Säurekorrekturen vorgenommen. Zudem sind die Ausbauzeiten lang! Mehr als 2 Jahre für die Rotweine und ein Jahr für die Weißweine, damit die durch das Fass eingebrachte Mikro-Oxigenierung langsam vonstatten gehen und die Tannine sich abrunden können.

Das weingüter Trévallon gehört heute daher zu den Referenzen in Sachen Provence-Wein. Bereits 1978 war Aubert de Vilaine vom weingüter der Romanée Conti in Bourgogne von der Qualität dieser Weine beeindruckt. Dank ihm wurde der Name des weingüter bis zu Robert Parker bekannt, der 1984 mit dem Jahrgang 1982 auf ihn aufmerksam machte.

Im Jahr 1993 erlaubte die Schaffung der Appellation Baux de Provence nicht mehr als 20 % Cabernet Sauvignon in der Assemblage der Weine, und das Weingut musste sich auf Landwein zurückziehen.

Dies hatte keinen Einfluss auf die Verkäufe des weingüter, da die Kunden in erster Linie Trévallon kauften.

Die Weine benötigen mindestens 10 Jahre in der Flasche, um sich zu verfeinern und ihre gesamte aromatische Komplexität (schwarze Oliven, kandierte Früchte, Graphit, florale Aromen, Wild…) zu entfalten. Einige ältere Jahrgänge werden übrigens noch immer vom weingüter vermarktet, wie der Trévallon 2004, parallel natürlich zu neueren Jahrgängen wie dem Trévallon 2011.

Die legendären Jahrgänge des weingüter sind der Trévallon 1990, der noch "in sehr guter Verfassung" ist, sowie die Trévallon 1998, die noch immer über Lagerpotenzial verfügen. Selbst bescheidenere Jahrgänge wie 1993 sind aufgrund ihrer aromatischen Komplexität mit edlen tierischen Noten und gut integrierten Tanninen interessant.

 

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