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Die Domaines Minchin vereinen zwei emblematische Weingüter des Val de Loire, an der Grenze zwischen dem Berry und der Touraine. In Morogues, einem der schönsten Crus der Appellation Menetou-Salon, bewirtschaftet La Tour Saint Martin rund fünfzehn Hektar Sauvignon Blanc und Pinot Noir auf kimmeridgischen Mergeln. In Valençay erstrecken sich die Reben von Le Claux Delorme auf Feuerstein-Tonen mit Sauvignon, Gamay, Côt, Cabernet Franc und Pinot Noir. Bertrand Minchin, unterstützt von seiner Frau Albane und heute von seiner Tochter Hortense, vinifiziert dort Weine von kristalliner Reinheit.
Die Familiengeschichte reicht bis in die Vorkriegszeit zurück: Bertrand Minchins Großvater baute bereits in der Gemeinde Morogues, im Herzen des Berry, Wein an. Auf demselben Land beschließt Bertrand Ende der 1980er-Jahre, die Arbeit fortzuführen. Er pflanzt sechzehn Hektar Reben und gründet das Domaine de La Tour Saint Martin. In der Appellation Menetou-Salon, die damals stark im Schatten des benachbarten Sancerre steht, ist das ein mutiger Schritt. Doch schon nach wenigen Jahrgängen etablieren die Präzision seiner Sauvignons und die Finesse seiner Pinot Noirs das Weingut unter den verlässlichen Größen der zentralen Loire; bedeutende Weinführer zeichnen es mehrfach als Favoriten aus.
2004 entdecken Albane und Bertrand Minchin ihre Begeisterung für einen zweiten Weinberg, diesmal an der Grenze zwischen Berry und Touraine bei Selles-sur-Cher: Le Claux Delorme in der Appellation Valençay, rund fünfzehn Hektar in einer kleinen, wenig bekannten Appellation. Auch hier streben sie von Anfang an nach höchster Qualität; seit Ende der 2000er-Jahre werden ihre Weine regelmäßig von Weinführern empfohlen. Heute sind beide Betriebe unter dem Namen Domaines Minchin vereint. Hinzugekommen ist Hortense Minchin, die diese Präzisionsarbeit gemeinsam mit ihrem Vater fortsetzt. Nach der Zertifizierung mit dem französischen Umweltlabel Haute Valeur Environnementale wurde der Betrieb auf zertifizierten ökologischen Weinbau umgestellt und vollendete damit einen Weg, den er in den Weinbergen schon vor langer Zeit eingeschlagen hatte.
In Menetou-Salon erstrecken sich die Weinberge über die Hänge von Morogues, das als historisches Grand-Cru-Terroir der Appellation gilt. Der Boden besteht aus kimmeridgischem Mergel, einem rund 140 Millionen Jahre alten, von kleinen Austern geprägten Kalkgestein, das sich auch in Chablis und auf den besten Terroirs von Sancerre findet. Er verleiht dem Sauvignon eine bemerkenswerte salzige Spannung und kreidige Mineralität, dem Pinot Noir Finesse, Frische und eine feine Struktur. Die Rebfläche umfasst etwa sechzehn bis siebzehn Hektar; die Parzellen sind so ausgerichtet, dass die Säure erhalten bleibt und die Trauben zugleich gut ausreifen.
In Valençay zeigt sich ein ganz anderes Bild. Die Reben von Le Claux Delorme stehen auf Feuerstein-Tonböden mit Sand und Kies – ein wärmeres, durchlässigeres Terroir, das sich hervorragend für die vier roten Rebsorten der Appellation eignet: Gamay, Côt, Cabernet Franc und Pinot Noir. Der Sauvignon ergibt hier sonnenverwöhntere, zugänglichere und geradlinigere Weißweine als im Berry. Sämtliche Weinberge werden heute ohne Herbizide und synthetische Pflanzenschutzmittel bewirtschaftet, mit kontrollierten Erträgen, sorgfältiger Bodenbearbeitung und besonderem Augenmerk auf die Traubenreife – die wichtigste Voraussetzung für die von Bertrand Minchin angestrebte Reinheit.
Die Kellerphilosophie lässt sich in einem Wort zusammenfassen: Reinheit. Bertrand Minchin verzichtet auf Aromaphefen, technische Kunstgriffe und unnötige Eingriffe und setzt Schwefel nur in sehr maßvollen Mengen ein. Die weißen Trauben werden lange und schonend gepresst. Anschließend vergären die Weine bei kontrollierter Temperatur und reifen auf der Feinhefe: die traditionellen Cuvées im Tank, die großen Cuvées im Holz, dessen Einfluss stets fein dosiert und gut eingebunden bleibt.
Für die Rotweine aus Menetou-Salon werden die Trauben von Hand gelesen und vollständig entrappt. Die Maischegärung dauert drei bis vier Wochen, mit maßvollem Umpumpen, leichtem Unterstoßen des Tresterhuts und händischem Abziehen. Der Ausbau erfolgt in Edelstahltanks und konischen Eichenfässern, um die Frucht zu bewahren und zugleich Struktur zu verleihen. In Valençay werden die weißen Trauben in einer pneumatischen Presse gepresst und auf der Feinhefe ausgebaut, damit sie ihre Strahlkraft behalten. So entsteht Jahrgang für Jahrgang ein beständiger Stil: kristallklare, zugängliche Weine mit unmittelbarem Genuss, die zugleich fünf bis fünfzehn Jahre reifen können – ein Potenzial, das noch immer nur wenige Weinliebhaber in diesen Appellationen vermuten.
Der weiße Menetou-Salon Morogues ist die traditionelle Cuvée des Weinguts und der beste Einstieg in seinen Stil. Dieser reinsortige Sauvignon aus kimmeridgischem Mergel bietet ein frisches Bukett von Zitrusfrüchten, weißen Blüten und hellen Früchten, dazu einen für die Lage typischen Hauch Rauch. Am Gaumen ist er konzentriert und klar, mit Zitrone, cremigen Nuancen und mineralischer Bitternote, bevor er in einen salzigen, besonders speisenfreundlichen Abgang mündet. Perfekt zu Meeresfrüchten, Jakobsmuschel-Carpaccio oder Ziegenkäse aus dem Berry.
Menetou-Salon Morogues Rosé zeigt den Pinot Noir des Weinguts von seiner zarten, strahlenden Seite. Direktpressung, eine blasse Farbe, Aromen von frischen roten Beeren, Pfirsich und Blüten sowie ein straffer, erfrischender Gaumen: Das ist eher ein Rosé zum Essen als für den Pool. Servieren Sie ihn zu Gegrilltem, sommerlichen Gerichten oder kalten Vorspeisen.
Der rote Menetou-Salon Pommerais ist der Pinot Noir des Weinguts für jeden Tag, vinifiziert mit demselben Anspruch wie die großen Cuvées. Er überzeugt mit runder, reifer Frucht, Noten von Kirschen und dunklen Früchten, saftiger Säure und seidigen Tanninen sowie einem Hauch Rauch und Würze im Abgang. Ein eleganter, bekömmlicher Rotwein, leicht gekühlt zu gebratenem Geflügel oder feinen Wurstwaren zu servieren.
Menetou-Salon Honorine ist die große weiße Cuvée von La Tour Saint Martin. Sie stammt aus den besten Sauvignon-Parzellen, wird mit möglichst wenigen Eingriffen vinifiziert und besonders gelungen im Holz ausgebaut. Voller, dichter und komplexer als Morogues, verbindet sie kandierte Zitrusfrüchte, reife helle Früchte und florale Noten mit einer präzisen mineralischen Struktur. Ihre cremige Textur wird von lebendiger Säure getragen. Ein lagerfähiger Sauvignon zu Fisch in Sauce, Kalbsbries oder Geflügel in Rahmsauce.
Menetou-Salon Célestin ist der große Pinot Noir des Weinguts und einer der maßgeblichen Rotweine der zentralen Loire. Das Bukett duftet zunächst floral nach Iris und Veilchen und entwickelt mit Luft Noten von Röstkaffee und Kakao; der Holzeinfluss ist dabei fein eingebunden. Am Gaumen ist er vollmundig, mit Schmelz und seidigen Tanninen sowie einem langen Nachhall von Heidelbeeren und schwarzen Johannisbeeren. Ein charaktervoller Speisenbegleiter, hervorragend zu Kalbskotelett, Entenbrust oder Pilzen.
Menetou-Salon Le Fumet ergänzt die Weißweine aus Morogues um einen strafferen, salzigeren Ausdruck des Sauvignon. Sein Name spielt auf die rauchige Signatur des kimmeridgischen Terroirs an. Geradlinig, präzise und mineralisch zeigt er Noten von Zitruszesten, Feuerstein und weißen Blüten sowie einen angenehm langen Abgang. Ideal als Aperitif oder zu Austern und anderen Schalentieren.
Der weiße Valençay Le Claux Delorme ist ein reinsortiger Sauvignon von den Feuerstein-Tonböden des Cher-Tals, sonnenverwöhnter und fruchtiger als seine Verwandten aus dem Berry. Frisch, elegant und einladend entfaltet er Aromen von Zitrusfrüchten, exotischen Früchten und Blüten. Sein runder Gaumen wird von einer angenehmen Spannung ausbalanciert. Die naheliegende Begleitung ist Valençay-Käse, jene Ziegenkäsepyramide, die sich die Appellation mit dem Wein teilt. Er glänzt aber auch zu Garnelen, Steinbutt oder Jakobsmuschel-Carpaccio.
Der rote Valençay Le Claux Delorme vereint die vier Rebsorten der Appellation – Gamay, Côt, Cabernet Franc und Pinot Noir – zu einer sorgfältig abgestimmten Cuvée, in der jede ihren Platz findet. Seine Farbe ist dunkel und glänzend, das ausdrucksstarke Bukett duftet nach dunklen Früchten, eingelegten Kirschen und milden Gewürzen. Am Gaumen ist er rund und fleischig, mit geschmeidigen, samtigen Tanninen und einem frischen, aromatischen Abgang. Eine ideale Flasche, um diese noch viel zu wenig bekannte Appellation zu entdecken – zu einem Rinderkotelett oder Fleisch in Sauce.
Der weiße Valençay Les Mi-Voies ist ein besonders lebendiger Sauvignon aus einer einzelnen Parzelle, geprägt von seiner Säure und einer unwiderstehlichen salzigen Struktur. Zitronige und florale Noten, ein frischer, schlanker Gaumen und ein klarer Abgang: Dieser heitere, geradlinige Weißwein zeigt sich keineswegs nur mit leiser Stimme, wie sein Name nahelegt, und passt wunderbar zu Meeresfrüchten und Frischkäse.
Der rote Valençay Les Saint-Lazare ist nach der allerersten Parzelle benannt, die die Familie auf dem Weingut bewirtschaftete. Die Cuvée aus den vier Rebsorten der Appellation zeigt schön gereifte Frucht und Gewürznoten, dazu einen runden, frischen Gaumen mit dichten, feinen Tanninen. Ein charaktervoller Rotwein zu gegrillten Andouillettes, Lamm in der Kruste, Filet vom jungen Kaninchen oder Gratin dauphinois.
Touraine Franc du Côt-Lié spielt ebenso mit Worten wie mit Rebsorten: Côt und Cabernet Franc verbinden sich zu einem roten Touraine, der zugleich strukturiert und genussvoll ist. Dunkle Früchte, Lakritz und Gewürze prägen das Aroma; am Gaumen zeigt er eine geschmeidige, klar konturierte Textur und feine Tannine. Ein Wein für unmittelbaren Genuss, der auch einige Jahre im Keller verträgt.
Touraine Red de Rouge ergänzt das Sortiment um einen unkomplizierten roten Touraine, bei dem Frucht, Frische und Trinkfreude im Vordergrund stehen. Knackig, leicht und duftend nach Himbeeren und Kirschen schmeckt er leicht gekühlt besonders gut und passt zu einer Wurst- und Schinkenplatte, einer Käseauswahl oder einem einfachen Essen mit Freunden.
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