Der Jahrgang 1995 in Frankreich

von Didier frayssou
 

VERKOSTUNGSPROTOKOLL

Anbei finden Sie das Protokoll unserer Verkostung vom Montag, den 20. April 2015, zum Thema des Jahrgangs 1995 in Frankreich.... Ein sehr schöner Abend, vielen Dank an alle!

1) Château Prieuré Lichine 1995 Bordeaux blanc : 

Eine gold- bis altgoldfarbene Farbe ohne orangefarbene Reflexe, die äußerlich etwas jünger wirkt als der zweite Wein. Die Nase hingegen ist etwas entwickelter mit Noten von Mandel und Trockenfrüchten auf einem honigartigem Unterton und einem Hauch Oxidation. Am Gaumen schließlich wirkt der Wein jünger, die Säure ist präsent, es mangelt jedoch deutlich an Komplexität.

2) Château de Fieuzal 1995 blanc : 

Die Farbe ist der seines Vorgängers recht ähnlich, in Gold- und Altgoldtönen. Die Nase ist honigartig und blumig, mit Noten von kandierten Zitrusfrüchten, Butter und Sahne. Der Gaumen ist sehr elegant und fein. Man findet die Zitrusfrüchte und das Weißobst wieder. Es gibt eine schöne Länge, die mit Honig und Butter ausklingt. Ein eleganter Wein mit schöner Säurestruktur.

3) Olivier Leflaive Meursault 1er cru Charmes 1995 :

Eine sehr intensive, fast orangefarbene Farbe und eine oxidative Nase. Ein Angriff am Gaumen mit Praliné und Karamellnoten. Der Gaumen ist weniger überwältigend als die Nase, auch wenn am Abgang eine deutliche Bitterkeit hervortritt.

4) « Vins Intrus » - Italienischer Wein Ca' del Bosco Terre du Franciacorta 1995 :

Die Farbe ist von mittlerer Intensität, eher matt mit ziegelroten und orangefarbenen Reflexen. Die Nase offenbart erdige und pfeffrige Noten, die sich am Gaumen bei sehr präsenten Tanninen und hoher Säure wiederfinden.

5) Alain Burget Gevrey Chambertin En Reniard 1995 : 

Eine sehr entwickelte, leicht trübe und wenig intensive Farbe mit ziegelroten Reflexen. Die Nase ist rauchig, fleischig und speckig. Sehr animalisch beim ersten Eindruck, offenbart sie auch florale, mentholische Noten und Blutorange. Der Gaumen hingegen ist viel fruchtiger mit einer sehr schönen Länge. Eine schöne Überraschung!

6) La Croix Saint Georges Pomerol 1995 :

Die Farbe, eher ziegelfarben, ist weniger intensiv als die des folgenden Weines. Eine Nase von gekochten Früchten, nach Pflaume, Rauch und Erde mit Menthol-Noten. Am Gaumen sind die Tannine rund, man findet die Aromen von Brombeere und gekochten Früchten wieder. Ein Wein, dem es noch etwas an Komplexität mangelt, der aber dennoch sehr harmonisch ist. Konzentrierter und weniger komplex als der Gevrey Chambertin, kann er noch reifen, um mehr Aromen zu entfalten.

7) Château Haut Marbuzet 1995 : 

Die Farbe dieses Weines ist intensiver und leuchtender als die des vorherigen, was auf eine geringere Entwicklung hinweist. Die Nase ist leicht vanillig und noch etwas verschlossen, sie entfaltet sich mehr am Gaumen, wo man florale Noten und zerdrückte Früchte wiederfindet.

8) Weingüter de Saint Benoit Châteauneuf du Pape 1995 – cuvée Grande garde :

Die Farbe, leicht trüb, ist intensiv und entwickelt. Die Nase ist komplex: konfitürig, rauchig und speckig, aber mit einigen Noten von „altem Keller". Leicht blumig, die Aromen bleiben dezent mit insbesondere salzigen Noten. Der Gaumen, zwar angenehm mit Noten von bitterer Orange und gekochten Früchten auf geschmolzenen Tanninen, bestätigt, dass der Wein nicht einwandfrei sauber ist. Auf einer anderen Flasche nochmals verkosten.

9) Gérin Côte Rôtie Les Grandes Places 1995 : 

Die Farbe dieses Weines ist etwas intensiver und etwas weniger entwickelt als die seines Vorgängers, bleibt aber dennoch recht ähnlich. In der Nase entdeckt man wunderbare Noten von gekochten Früchten, Leder, milden Gewürzen, Kautschuk und schwarzen Oliven. Am Gaumen ist die Säure stärker präsent, ebenso die Tannine, jedoch in harmonischer Weise. Man findet die Aromen von schwarzen Früchten, Menthol und Tabak wieder. Ein Wein mit schöner Balance und nicht zu viel Alkohol.

10) Château de Chantegrive Cérons 1995 : 

Eine sehr goldene Farbe ohne ziegelrote Reflexe. Man findet Rhabarber, Ingwer, exotische Früchte, aber auch pflanzliche Noten. Der Gaumen mangelt an Süße und Fülle und endet mit Bitterkeit.

11) Château Rabaud Promis 1995 : 

Die Farbe ist entwickelt und die erste Nase führt uns mehr zum Alkohol als zum Botrytis. Jedoch saurer als der Vorgänger. Länger und weicher, findet man die Noten von bitterer Orange, Karamell und Ananas wieder. Ein Wein mit schöner Balance und ausgeprägter Säure, dem es jedoch etwas an Leichtigkeit mangelt.

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